Lego Wedo

Informatikunterricht - ein Kinderspiel?

<p>Alle kennen es, viele besitzen es: Lego startet mit Lego Education WeDo den Versuch, Programmieren für Kinder ab dem Grundschulalter zugänglich zu machen. Die Arbeit mit Tablets ist bekanntlich kinderleicht und was holt Kinder stärker in ihrer Lebenswelt ab, als Spielzeug, das sie regelmäßig nutzen. Doch birgt die Verbindung aus den bunten Bausteinen und der App Potentiale für den Unterricht der Primarstufe?</p>

Nach einer ersten Version vor einigen Jahren brachte Lego mit Lego Education WeDo 2.0 jetzt eine neu aufgelegte Version seines Bildungsangebotes auf den Markt.

Es handelt sich dabei um einen Bausatz mit 280 Teilen und eine dazugehörige App. Ersterer beinhaltet eine Aufbewahrungskiste, eine Sortierschale und Beschriftungsaufkleber zur Übersichtlichkeit. Außerdem liefert Lego pro Baukasten einen Motor, je einen Licht- und Neigungssensor sowie das sogenannte Lego Smarthub. Besagte App kann im App- oder Playstore kostenfrei für Tablet und zusätzlich für Windows-Notebooks erworben und direkt in Betrieb genommen werden.

Hinter der Idee steckt ein in der Theorie einfaches Prinzip: Nach der Installation der App bietet diese 17 Projekte an. Dabei handelt es sich um Gebilde wie ein Rennauto, einen hüpfenden Frosch und anderes aus den Bereichen Technik, Naturwissenschaft, Biologie und Umwelterziehung. Die Nutzenden wählen eines davon aus und erhalten in der App eine Anleitung zum Bau. Nachdem das Smarthub mit der App verbunden wurde, können der Bewegungsablauf des Motors, die Sensoren und einige Licht- und Toneffekte in der App programmiert werden. Dazu sind alle Befehle am unteren Bildschirmrand aufgelistet, der jeweils gewünschte muss mit dem Finger nach oben in das aktuelle Programm gezogen werden.

Richtig aufbereitet eignet sich das Set für jeden Inhaltsbereich des Mathematikunterrichtes. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel der Einsatz im Bereich „Größen und Messen“. Aufgabe der Schülerinnen und Schüler ist es zunächst, das Rennauto, das die App vorgibt, zu bauen und anschließend den Motor so zu programmieren, dass das Auto genau einen Meter weit fährt. 

Die Kombination aus Material und App birgt, neben der Handlungsorientierung und der gesteigerten Motivation der Kinder, noch weitere Vorteile: an erster Stelle ist die Möglichkeit zur Selbstkontrolle zu nennen. Erhalten die Nutzenden einen konkreten Auftrag oder setzen sie sich eigenständig ein Ziel, können sie unmittelbar nach dem Start des Befehls am gebauten Objekt erkennen, ob es das von ihnen Beabsichtigte vorführt. Ein weiterer Vorteil ist eine Differenzierung, die sich durch die Vielzahl an möglichen Befehlen nahezu wie von selbst anbietet. Während bereits mit der Programmierung des Motors viel Zeit verbracht werden kann, ist es zusätzlich möglich, Geschwindigkeiten, Entfernungen, Musik, Bild, Ton und Licht zu bestimmen. Viele Projekte bieten einen Beitrag zum Sachunterricht an, welcher von Lego durch eigene Unterrichtskonzepte in diesem Bereich explizit erwünscht ist.

Trotzdem erweist sich ein Einsatz in der Schule ad hoc als nur schwer möglich. Der Bausatz enthält jede Menge Einzelteile, allerdings jeweils nur einen Motor und ein Smarthub, die beide für jedes Projekt zwingend notwendig sind. Ein Baukasten ist deshalb lediglich für ein Projekt und höchstens zwei Kinder ausgelegt. Die Anschaffung eines Klassensatzes bedeutet deshalb, vor allem aufgrund des hohen Preises von 180€ pro Kasten, einen beachtlichen finanziellen Aufwand. Der Umgang mit dem Material und vor allem der App erfordert darüber hinaus - egal ob Kind oder Erwachsener -  eine intensive Einarbeitungszeit. Die Befehle und Icons sind teilweise nicht selbsterklärend und müssen in einer dafür ausgeschriebenen, nur bedingt leseanfängerfreundlichen Rubrik nachgelesen werden.

Es ist also gut möglich, Lego Education WeDo 2.0 im Mathematikunterricht zu nutzen und gleichzeitig viele übergreifende Kompetenzen zu schulen. Dieses Vorhaben bedarf allerdings, neben dem nötigen Kleingeld und jeder Menge Unterrichtszeit, zuvor einer umfangreichen Auseinandersetzung mit dem Gegenstand, um etwaigen Schwierigkeiten von Anfang an entgegen zu wirken. Sind diese Voraussetzungen gegeben, vermag der Unterricht mit einer Verbindung aus Material und App aber vielleicht tatsächlich, motivierten Schülerinnen und Schülern die Welt der Informatik spielerisch näherzubringen. 

https://www.youtube.com/watch?v=CsWSDOoxouM
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Jahrgangsstufeneinsatz und Bildungsstandards

Lego WeDo 2.0 ist für den Unterricht in der zweiten bis vierten Klasse ausgelegt.

Dabei können alle prozess-bezogenen Kompetenzen des Mathematikunterrichts – Darstellen von Mathematik, Argumentieren, Problemlösen, Kommunizieren und Modellieren – gefördert werden.

Durch die Einbettung in bestimmte Kontexte können darüber hinaus auch inhaltliche Kompetenzen erworben werden.

z.B.:

• räumliches Vorstellungsvermögen nutzen

• geometrische Formen und Körper erkennen, benennen und darstellen

• in Kontexten rechnen (Sachaufgaben entwickeln und lösen)

• Größenvorstellungen besitzen, Einheiten kennen und mit ihnen rechnen

• Größen messen und schätzen

• mit Größen in Sachzusammenhängen rechnen